Schatz des blauen Planeten

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Wasser ist der Grund für jegliches Leben auf unserem Planeten. Für uns ist es selbstverständlich, dass wir nach dem Aufdrehen des Wasserhahnes hochwertiges Trinkwasser in beliebiger Menge bekommen. Uns ist nicht bewusst, wie knapp und wertvoll Wasser ist: Nur ein Prozent der gesamten Wasservorräte der Erde sind Trinkwasser. Der Rest ist Salzwasser oder in irgendeiner Form gebunden, z.B. in Wolken oder Eis. Noch spannender wird das Thema Wasser, wenn man bedenkt, dass nur ein kleiner privilegierter Teil der Menschheit permanent über ausreichend Wasser verfügt. Umso bedenklicher ist es, dass in den industrialisierten Ländern gefährlich verschwenderisch mit dem wertvollen Gut umgegangen wird.

Können wir dem Wasser aus dem Wasserhahn vertrauen, nach dem es mehrfach recycled durch etliche Kilometer von Leitungen geflossen ist? Wie alles in der EU und in Deutschland ist das genau geregelt: im Jahr 2001 wurden die Definition und die Reinheit des Wassers festgelegt. Das Wasser vom Hersteller bis zur letzten und am wenigsten benutzten Zapfstelle wurde als Trinkwasser definiert. Die Reinheit des Trinkwassers ist in der Grenzwerttabelle festgelegt (Trinkw VO 2001). Diese Grenzwerte müssen eingehalten werden, wenn das Wasser für den menschlichen Gebrauch genutzt wird. Im Jahr 2011 wurde die Verantwortung für die Reinheit geändert: Vom Hersteller oder Lieferanten bis zum Eintritt in die Gebäude, also an der Wasseruhr, sind der Hersteller und der Bund zuständig.

Ab Eintritt in die Gebäude sind das Land und der Eigentümer verantwortlich. Ausschlaggebend ist die Trinkwasseranalyse an der Wasseruhr für alle Zapfstellen, die an der Wasseruhr hängen. Für die Überwachung des Trinkwassers von der Aufbereitungsanlage bis zu den Gebäude-Wasseruhren sind der Bund und das Gesundheitsamt zuständig und verantwortlich. Hier gilt die Grenzwert-Tabelle einheitlich in ganz Deutschland.

Was kommt da aus der Leitung?

Kritisch wird es auf den letzten Metern innerhalb der Hausinstallation. Die häufigste Ursache von verschmutztem Leitungswasser liegt in den eigenen Wasserleitungen im Haus. Alte Rohre können aufgrund von chemischen Reaktionen Schwermetalle ins Wasser abgegeben. Das über Nacht stehende Wasser wird mit Belastungen versetzt, wie beispielsweise mit Blei und Kupfer. Der Konsum dieses Wassers ist gesundheitlich riskant. Bakterien und Keime können sich unbemerkt im Wasserkreislauf einnisten. Eine simple Berührung zwischen Wasserhahn und Lappen, welcher zum Abwasch genutzt wird, kann Keime in den Wasserhahn übertragen. „Es ist ein Skandal, dass die Trinkwasserqualität von der Wasseruhr bis zu den Abnahmestellen nicht gesetzlich geregelt ist.

Wer ist für die Kontrolle zuständig? Wer ist verantwortlich für die Sanierung? Wer trägt die Kosten?“ kritisiert Dipl. Ing. Jürgen Elsaß, Sachverständiger und Gutachter in Lörrach. Und weiter: „Im Idealfall sind die Wasserproben an den Zapfstellen, auch an der letzten und am wenigsten benutzten, gleich der Wasserprobe an der Wasseruhr. In der Praxis kann man durch einen Vergleich feststellen, ob das Trinkwasser durch die Leitungsrohre verunreinigt wird. Und genau hier liegt das Problem.“ Jürgen Elsaß kämpft seit 2009 für eine bundesweite Regelung. Das Fehlen einheitlicher Regeln und die regional unterschiedliche Handhabung des Problems haben dazu geführt, dass sich ein Markt fragwürdiger Gutachter gebildet hat. Die Gutachten sind meist wertlos und ohne Aussagekraft. Ein weiteres Problem: Bei Leitungssanierungen kommt es immer wieder zum Streit um die Kosten der Sanierung. Deshalb fordert Jürgen Elsaß, eine Stelle einzurichten, die die Trinkwasserqualität auf den letzten Metern regelt und definiert, wer die Kosten einer Sanierung zu tragen hat.

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