Der Charme vergangener Jahrhunderte

© Frank Boston - Fotolia

Hohe Decken, alte Holzdielen, veschnörkelter Stuck. Wer einmal in einem gut erhaltenen  Altbau gelebt hat, möchte den Charme nicht mehr missen. Hohe Decken machen den Kopf frei und sorgen für lichtdurchflutetes Raumfeeling. Liebevoll restaurierte Türen und Böden aus Massivholz sind der Inbegriff für Wohnkultur. Aber: Wie man mit Holz umgeht, weiß leider nicht jeder.

Leider findet man solche Objekte nur selten. Die nach dem zweiten Weltkrieg noch erhaltenen Reste alter Substanz wurden der Notwendigkeit, schnell Wohnraum zu schaffen, geopfert. In den 60er und 70er Jahren kam noch eine gewisse Ignoranz gegenüber dem Charme alter Werte hinzu. Abreissen und Neubauen waren angesagt. Schließlich musste man den neuen Werkstoff Plastik überall verbauen, ob passend oder nicht. Umsomehr sind heute sanierte Altbauten mit perfekt restaurierten Innenausbauten auf dem Immobilienmarkt gesucht und entsprechend teuer. Heutzutage werden die hässlichen Bronzeglas verspiegelten Metalltüren wieder durch stilgerechte Holztüren ersetzt und, wenn immer es möglich ist, werden selbst stark zerstörte alte Holzarbeiten restauriert.

Alte Werte mit moderner Technik

Carsten Kroll, Chef der Firma A.Braun Fensterbau GmbH, berichtet aus seiner 40-jährigen Erfahrung im Umgang mit Holz in Altbauten: „Die Sanierung eines Altbaus erfordert umfassende handwerkliche Erfahrung. Für uns Tischler sind solche Projekte eine besondere Herausforderung“.
Die Herausforderung besteht darin, den eigenen, historischen Charakter der Immobilie zu betonen. Erst Recht, wenn Belange des Denkmalschutzes zu beachten sind. Insbesondere was Fenster und Türen angeht, wird die Aufgabe heikel. „Einerseits muss dem Denkmalschutz Rechnung getragen werden, andererseits sollen höchste Ansprüche an Wärmedämmung und Isolierung erfüllt werden. Der Spagat kann nur mit spezieller Erfahrung und einem kompetenten Team geleistet werden“, so Carsten Kroll. Für die Firma Braun ist der Nachbau historischer Fenster nach heutigen energetischen Standards auf Grund 40-jähriger Erfahrung genauso wenig ein Problem, wie die Aufarbeitung des historischen Bestandes. Bei Altbauten aus der Vorkriegszeit kann es auch an die statische Substanz gehen. Carsten Kroll berichtet aus der Praxis: „Das Wiederherstellen alter Bausubstanz geht oft einher mit der Problematik, tragende Teile, wie alte Holzbalken und Stützteile, soweit wie möglich im Originalzustand zu ersetzen.“ Der Aufwand lohnt sich: Sanierte Altbauten erzielen wesentlich höhere Werte und Mieteinnahmen.

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