Gekapselt oder gemahlen

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Die Deutschen sind Weltmeister im Kaffeetrinken: ca. 150 Liter pro Kopf pro Jahr. Nur in den USA und Brasilien wird mehr konsumiert. Bei der Art der Zubereitung ist ein Glaubenskrieg entstanden. Harte Fakten und Lifestyle stehen sich gegenüber: Gemahlen oder gekapselt.

What else? In der aktuellen Werbekampagne stellt George Clooney, Hollywood´s Frauenschwarm Nummer eins, die Zuschauer vor die Entscheidung. Und liefert gleich die Antwort: Exklusiver Kaffeegenuss ist nur mit Nespresso möglich. Schnöder Filterkaffee ist keine Alternative. Der Premium-Anspruch wird durch ein Netz von 220 Premium Stores untermauert. Die Namensgebung der einzelnen Sorten tut ihr Übriges: eine Vielfalt bis hin zu einem „Premium Grands Crus für perfekte Kaffeemomente“ machen den Konsumenten zum Connaisseur.

Das Konzept der Marketingstrategen von Nestlé geht auf: Trotz hoher Preise von bis zu 39 Cent je Kapsel steigert das Unternehmen jedes Jahr seinen Umsatz. Umweltschützer sehen das Kapselkonzept als reinste Müllproduktion. Ein Kilogramm Aluminium werden für 1000 Kapseln benötigt. Bei einem Verbrauch von 150 Litern pro Kopf entspricht das 6,8-Kilogramm-Aluminium. In der Regel landen die im Abfall. Die Kapselhersteller sagen: alles Unsinn, die Kapseln sind biologisch abbaubar. Nestlé hat mit seiner AluCycle™-Initiative sogar ein Kapsel-Rücknahmesystem aufgebaut in Partnerschaft mit der Weltnaturschutzorganisation (International Union of the Conservation of Nature, IUCN) – der größten Umweltorganisation der Welt. So gibt es in der Schweiz bereits über 2.700 Sammelstellen in Nespresso Boutiquen, lokale Abfallsammelstellen, diverse regionale Recycling-Unternehmen und auf der Straße. Konsumenten lassen sich durch Bedenken im Hinblick auf die Umwelt und Kompatibilität mit dem Nachhaltigkeitsgedanken ohnehin nicht bremsen. Die Werbestrategen der Schweizer haben es im Griff: what else, wer in sein will, greift zu Nespresso.

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