Im Interview: Im Interview: Hans-Martin Agethen

Ein Beerdigungsinstitut zu führen, können sich die meisten Menschen gar nicht vorstellen. Für sie ist der Beruf eines Bestatters ungewöhnlich und bizarr. Ein ganz anderes Bild vermittelt Hans-Martin Agethen vom Bestattungshaus Agethen. Er spricht über die Liebe zu seinem Beruf, die psychologischen Aspekte, die man mitbringen muss und darüber, wie sich sein Job in den letzten Jahren verändert hat.

  1. Der Beruf des Bestatters ist sehr ungewöhnlich für viele Menschen. Warum haben Sie sich dennoch für diesen Beruf entschieden
    Da das Bestattungshaus Agethen schon von meinen Eltern geführt wurde, fiel mir die Entscheidung, diese Tradition weiterzuführen, leicht. Schon in jungen Jahren hatte ich Einblick in alles, was diesen interessanten und verantwortungsvollen Beruf ausmacht.
  2. Wie gehen Sie mit Betroffenen um, auf was achten Sie am meisten?
    Ich denke das Wichtigste ist Zeit und die Fähigkeit zuhören zu können. Die Betroffenen befinden sich in einer außergewöhnlich angespannten Lage und der Bestatter muss auf einfühlsame Weise die Wünsche und Vorstellungen der Angehörigen erfragen, um sie dann bestmöglich umsetzen zu können. Für mich ist es besonders wichtig, für meine Kunden jederzeit ansprechbar zu sein, denn das vermittelt das Gefühl nicht auf sich allein gestellt zu sein und das hat etwas tröstliches.
  3. Wie hat sich der Beruf des Bestatters in den letzten Jahren verändert?
    Während sich in früheren Jahren der Beruf des Bestatters im Wesentlichen darauf beschränkte, die Formalitäten zu erledigen und für einen reibungslosen Ablauf von Trauerfeier und Beisetzung zu sorgen, haben sich die Aufgaben deutlich verändert. Die individuelle Gestaltung von Trauerbriefen, Dekoration der Trauerhalle, Musikwünschen und Blumenarrangements gibt jeder Trauerfeier etwas Einzigartiges und hilft damit den Angehörigen, den letzten Abschied von ihrem Verstorbenen besser bewältigen zu können.
  4. Welche Bestattungen liegen im Trend, welche ist die meist genutzte?
    Der Trend geht eindeutig zu den Feuerbestattungen. Zum einen ist das mitunter auch eine Kostenfrage für die Angehörigen, aber ein anderer Grund sind die vielfältigen Möglichkeiten der Beisetzung, die man bei einer Urnenbestattung wählen kann. Kolumbarium, See- und Waldbestattungen sind dafür nur einige Beispiele.
  5. Bestatten Sie lieber auf traditionelle Art und Weise oder finden Sie außergewöhnlichere Beisetzungen, wie die Weltraumbestattung, interessanter?
    Die Frage welche Art der Bestattung die interessanteste ist, stellt sich mir nicht.
    Unser Ziel ist es, die Wünsche unserer Kunden bestmöglich umzusetzen, umso unseren Beitrag zur Bewältigung von Verlust, Schmerz und Trauer zu leisten.