Im Interview: Heilpraktikerin Gerda Lossen

Die erfahrene Heilpraktikerin Gerda Lossen aus Offenbach weiß, wie man ganzheitliche Gesundheit erzielt. Mit fundiertem Fachwissen unterstützt Sie ihre Patienten bei der Heilung. Der Weg dahin führt über Details, denn wer den Körper und den Geist genau betrachtet findet die Dysbalancen und kann das natürliche Gleichgewicht wieder erreichen.

  1. Sie haben vor Ihrer Ausbildung zur Heilpraktikerin als Erzieherin und Musiklehrerin gearbeitet. Was hat Sie dazu bewegt Ihren Beruf zu wechseln?
    Mit der Ausbildung zur Heilpraktikerin habe ich mir meinen Kindheitstraum erfüllt. Bereits mit vier Jahren hatte ich Interesse am Heilen und der Medizin. Wenn die Erwachsenen darüber sprachen, wie man eine Verbrennung behandelt, war ich ganz Ohr. Da ich in Rumänien aufgewachsen bin, konnte ich den Berufswunsch allerdings nicht erfüllen. Ich hatte die Wahl Erzieherin oder Lehrerin zu werden und habe mich für die Laufbahn als Erzieherin entschieden. Hier in Deutschland musste ich dann noch einmal die Schule besuchen, um meine Abschlüsse anerkennen zu lassen und in meinen Berufen zu arbeiten. Doch die Arbeit hat mich ausgelaugt. Etwas in mir hat gesagt, dass es so nicht weitergehen kann. Nach der Geburt meines jüngsten und vierten Kindes 1995 konnte ich wegen einer Verletzung an der Wirbelsäule das Bett nicht verlassen. Da fiel mir ein, dass ich beim Bummeln im Schaufenster des Buchladens ein Buch über Homöopathie gesehen habe. Das habe ich in einer Nacht verschlungen. Ich bin bis heute ein sehr wissbegieriger Mensch und wenn mich ein Thema packt muss ich alles darüber wissen. Also musste mein Mann noch mal los und mir medizinische Fachliteratur zu dem Thema besorgen. Und von dahin war der Schritt zu Seminaren und der Ausbildung zur Heilpraktikerin nur noch ein kleiner. Heute bin ich sehr froh, dass ich diesen Weg gegangen bin und mich im Bereich der Naturheilkunde, Anatomie und der menschlichen Psyche so gut auskenne.
  2. Der Ursprung vieler homöopathischen Mittel ist pflanzlich. Welche Heilpflanze ist Ihr Favorit und was macht diese so besonders?
    Da gibt es viele. Aber zu meinen drei Favoriten gehören Arnika, das sollte jeder zu Hause haben, Johanniskraut und Beinwell. Arnika hilft beispielsweise bei Prellungen, Johanniskraut bei periphären Nervenverletzungen und Beinwell unterstützt die Heilung von Knochen.
  3. Der Volksmund sagt, dass Augen das Fenster zur Seele sind. Sie bieten eine Irisdiagnose an, was genau kann man am Auge alles erkennen?
    Eigentlich kann man mit Hilfe der Irisdiagnose alles erkennen. Viele Körperteile zeigen Dysbalancen auf. Das Problem ist allerdings, dass diese alleine nichts aussagen. Man sieht welche Probleme und Krankheiten entstehen können. Eine genaue Diagnose ist nur bei ganzheitlicher Betrachtung auf den Körper und Geist möglich, denn die Irisdiagnose ist lediglich ein Diagnoseverfahren. Deswegen dauert ein Erstgespräch oftmals zwei bis drei Stunden. Der Patient muss offen und ehrlich sein, damit man die Ursachen der Erkrankung findet und diese ganzheitlich heilen kann. Dabei ist es aber wichtig zu wissen wann der Schulmediziner handeln muss und welche Erkrankungen man selbst behandeln kann.
  4. Was war bisher das schönste Erlebnis in Ihrer Laufbahn als Heilpraktikerin?
    Da gibt es zwei ganz besondere Erlebnisse. Einmal kam bei einer Versammlung ein Herr in den Raum, wo ich sofort Dysbalancen im Gesicht erkannt habe. Ich habe Ihn angesprochen, ob ich mir das einmal genauer ansehen darf. Dann legte ich meine Hände auf seine Wangen und schüttelte diese behutsam. Mir war klar, dass dies eine Fazialislähmung ist und schrieb ihm auf welche homöopathischen Mittel er einnehmen sollte. Er war erstaunt, wie schnell ich das diagnostizieren konnte, denn in der Uniklinik haben die Ärzte zwei Tage für die Diagnose gebraucht. Etwas über einen Monat später habe ich wieder mit ihm gesprochen und die Lähmung war verschwunden.
    Die andere war mein Vater, der nach einem schweren Sturz ein Trauma hatte und ein wenig verwirrt war. Im Krankenhaus habe ich eine Ärztin kennengelernt, mit der ich heute noch Kontakt habe. Auch sie hatte Kurse im Bereich der Heilpraktik besucht und befürwortete meine Behandlung. Nach kurzer Zeit war er wieder ganz bei sich und die Verwirrtheit war komplett behoben.
  5. Woran erkennen Kunden einen guten und seriösen Heilpraktiker?
    Das ist nicht immer so leicht, denn neben der Ausbildung gehört viel weiteres Wissen dazu, um den Beruf gut ausüben zu können. Mein Wissensdurst und die strenge schulische Ausbildung in Rumänien sind da sehr vorteilhaft. Psychologie, Botanik und Anatomie gehörten damals in den Lehrplan. Aber auch eine gute Menschenkenntnis und Erfahrung gehören dazu. Patienten können am Erstgespräch feststellen, wie seriös ein Heilpraktiker ist. Diese können schon mal zwei bis drei Stunden dauern. Denn man muss vieles wissen, um eine ganzheitliche Diagnose stellen zu können.