Stimm- und Schluckstörungen
Kennzeichen und Ursachen

drinking water © Mat Hayward - Fotolia

Neben Sprach- und Sprechstörungen können Kinder ebenso an Stimm- und Schluckstörungen leiden. Eine Stimmstörung (Dysphonie) ist gekennzeichnet durch Veränderungen im Stimmklang. Schluckstörungen (Dysphagien) stellen eine organische Ess-, Trink- und Schluckstörung bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen dar. Sie tritt besonders häufig auf, wenn neurologische Erkrankungen bestehen. Sie müssen dringend therapiert werden, weil mit ihnen das Risiko des Verschluckens von Speisen oder Getränken einhergeht.

Bei Stimmstörungen wird zwischen den organischen Stimmstörungen, die durch Veränderungen oder Verletzungen der Stimmbänder und des Kehlkopfes entstehen und den funktionellen Stimmstörungen, die durch Fehlfunktionen und -belastungen des Stimmapparates auftreten, unterschieden. Schluckstörungen (Dysphagien) bei Kindern können in jeder Altersstufe auftreten. Sowohl Säuglinge als auch ältere Kinder können betroffen sein. Beide Formen können sich in einer hyper- oder hypofunktionellen (zu wenig oder zu viel Muskelspannung der Stimmlippen) Stimmgebung äußern, die den Klang verändern.

Wenn die Stimme versagt und das Schlucken zum Problem wird

Eine Stimmstörung (Dysphonie) ist gekennzeichnet durch Veränderungen im Stimmklang. Die Stimme kann anders als gewöhnlich tiefer oder höher, gepresster, leiser oder rauer klingen. Patienten empfinden häufig Anstrengungsgefühle beim Sprechen. Ebenso können Begleiterscheinungen wie Räusperzwang, Hustenreiz, Trockenheitsgefühl oder Druckgefühl auftreten. Eine organische Dysphonie kommt im Säuglings- und Kindesalter beispielsweise aufgrund von Fehlbildungen des Kehlkopfes vor. Infolge von häufiger Überanstrengung der Stimme können ebenso organische Veränderungen auftreten. Bei Kindern spricht man hier von sogenannten „Schreiknötchen“. Bei einer funktionellen Dysphonie liegt kein organischer Grund vor. Die Stimme zeigt jedoch eine deutliche Funktionseinschränkung. Sie tritt häufig nach grippalen Infekten auf und äußert sich in Heiserkeit, die durch die Entstehung von Stimmbandknötchen, Ödemen und Schwellungen entsteht. Die Dysphonie kann auch durch Gewohnheit erworben werden. Das Ziel der Stimmtherapie ist das Erarbeiten einer gesunden und belastbaren Stimme. Hierzu konzentriert man sich auf die Bereiche Tonus, Wahrnehmung, Stimmgebung und Atmung.

Dysphagien müssen behandelt werden

Schluckstörungen sind funktionell oder organisch bedingte Beeinträchtigungen der orofazialen Muskulatur (Mundmuskulatur) und aller am Schluckvorgang beteiligten Strukturen. Unterschieden wird zwischen der Beeinträchtigung der Nahrungsaufnahme (Dysphagie) und der Beeinträchtigung der orofazialen Muskulatur (myofunktionelle Störungen), die häufig mit Zahn- und Kieferfehlstellungen verbunden ist. Bei einer myofunktionellen Störung liegt im Wesentlichen eine Fehlfunktion sämtlicher beteiligten Muskeln im Mundbereich, also Wangen-, Lippen- und Zungenmuskulatur vor. Die Symptome sind unter anderem eine Beeinträchtigung des orofazialen Gleichgewichts, ein dauerhafter Mundschluss, ein falsches Schluckmuster, das zu Zahnfehlstellungen führen kann und Artikulationsstörungen. Die Dysphagie ist eine Störung der Nahrungsaufnahme. Eltern bemerken oft frühzeitig, dass ihre Kinder Schwierigkeiten mit der Nahrungsaufnahme haben. Das Essen und/oder Trinken ist erschwert und anstrengend. Es kommt zu Problemen die Nahrung aufzunehmen, zu transportieren und zu schlucken. Einige Kinder äußern Schmerzen beim Schlucken oder haben das Gefühl, dass das Essen im Hals stecken bleibt. Ursachen können eine angeborene oder erworbene Hirnschädigung und eine körperliche und/oder geistige Behinderung sowie eine Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte sein. Nicht behandelte Dysphagien können lebensbedrohlich sein, da sie z. B. zu Lungenentzündungen, Mangelernährung und Dehydrierung führen können. Durch gezieltes Üben der beeinträchtigten Teilfunktionen in der logopädischen Therapie soll bei der Dysphagie die Schluckfunktion verbessert bzw. wiederhergestellt werden.

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