Hund und Hitze

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Ein Himmelreich für ein kühles Schwanzwedler-Pils

Seit einer Stunde sitze ich jetzt schon und gucke aus dem Fenster. Gegenüber die Eisdiele, daneben der Eingang zum Zoo-Markt. Zehn Minuten wollte sie wegbleiben, als sie sich verabschiedete mit den Worten: „Schön lieb sein.“. Von wegen lieb sein, ich werde gleich zum wilden Tier, so heiß ist mir hier in der blöden Kiste.

So sehen vermutlich die Gedanken eines Hundes aus, der im Sommer im geparkten Auto auf seine Besitzer warten muss. Die Sommermonate stehen vor der Tür, die Temperaturen steigen. Viele Hundebesitzer sind mit ihrem Vierbeiner unterwegs. Beim Einkaufen, Behördengang oder Arzttermin muss der Hund dann einige Zeit im Auto bleiben. Diese Situation kann das Tier in eine lebensbedrohliche Lage bringen, die von vielen Menschen unterschätzt wird.

Die Körpertemperatur eines Hundes liegt bei 39 Grad. Mit steigender Umgebungstemperatur steigt die Körpertemperatur. Der Hund versucht, über Hecheln die Temperatur zu regulieren. Eine Atemfrequenz von bis zu 400 Atemzügen pro Minute kann bei erwachsenen Hunden erreicht werden. Zusätzlich sucht das Tier kühle Plätze auf oder beleckt sich das Fell.

Tierliebe heißt Verantwortung

Schon wenige Minuten in der Sonne geparkt, können für den Hund zur Quälerei werden. Selbst wenn das Fahrzeug im Schatten parkt und die Seitenscheiben einige Zentimeter offen sind, können im Fahrzeuginnereren Temperaturen von über 60 Grad entstehen. Steigt die Körpertemperatur des Hundes in der Situation auf mehr als 40 Grad, treten Kreislaufbeschwerden auf. Lebenswichtige Organe werden weniger mit Blut versorgt, es besteht akute Lebensgefahr.

Wenn eine solche Situation eingetreten ist, muss sofort gehandelt werden: raus aus dem Auto an einen kühlen, schattigen Ort. Zuerst sollte man mit nassen Tüchern für Abkühlung sorgen. Ist ein Wasserschlauch verfügbar, die Beine und den Bauch abkühlen, dann Brust und Kopf des Hundes. Ist der Hund bei Bewusstsein, kann man ihm etwas Wasser zu trinken geben. Auf keinen Fall sollte einem bewusstlosen Tier Wasser eingeflößt werden, es kann ersticken. Notfalls muss ein Tierarzt aufgesucht werden.

Grundsätzlich sollte ein Hund bei hochsommerlichen Temperaturen nie im geparkten Auto bleiben. Wenn es sich gar nicht vermeiden lässt, sind vorbeugende Maßnahmen das Mindeste:
Grundsätzlich im Schatten zu parken und die Türen bzw. die Heckklappe öffnen, immer wieder kontrollieren, ob das Fahrzeug noch im Schatten steht. Im Fahrzeug sollte ausreichend Wasser in einem Napf vorhanden sein.

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