Treffpunkt und Zentrum der Kommunikation

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Die Funktion der Küche als Raum hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert. Aus dem Reich der Hausfrau, architektonisch meist als Schlauch konzipiert, mit gegenüberliegenden Küchenzeilen für kurze Wege, ist die Wohnküche geworden. Damit ist die Küche wieder das, was sie ganz früher war: Lebensmittelpunkt der Familie. Das klassische Wohnzimmer verliert immer mehr an Bedeutung.

Der Inhaber des Küchenstudios Hemmer und Küchenexperte Markus Hemmer erläutert die Entwicklung: „Früher war die Küche mit dem großen Ofen im Winter der einzige warme Raum in den Wohnungen. Das Wohnzimmer, die gute Stube oder der Salon in gehobenen Kreisen, wurde nur für besondere Anlässe genutzt. In der Nachkriegszeit war die Essenszubereitung pure Notwendigkeit. Mit zunehmendem Einzug der Technik wurde die Küche zum reinen Funktionsraum mit kleiner Grundfläche. Das Wohnzimmer wurde zum Lebensmittelpunkt.“

Kochen wird zum geselligen Hobby

In den vergangenen Jahrzehnten wurde das Küchendesign immer schöner und perfekter. Die Menschen entdeckten Kochen als Hobby mit geselligem Beisammensein. „Die Küche wird immer mehr zum Zentrum der Kommunikation, zum Lebensmittelpunkt der Familie. Damit haben sich die Ansprüche an das Design der Küche, aber auch an die baulichen Voraussetzungen, gewandelt. Die funktionale Trennung von Kochen, Wohnen, Spielen, Leben gibt es nicht mehr.“ so Markus Hemmer. In der Tat haben moderne Apartments ein ganz anderes Layout als in der Vergangenheit: Die Küchen sind offen zum Wohnraum oder der Wohnraum ist in die Küche gleich integriert.

Durch die Materialvielfalt und die technischen Möglichkeiten ist ein riesiges Angebot an Gestaltungsvarianten entstanden. „Wir können jeden Wunsch erfüllen und jeden Geschmack bedienen. Von der Landhausküche im Shabby-Look bis zum futuristischen Edelstahl-Look, es gibt keine Grenzen.“ erläutert Markus Hemmer. Damit ist die Küche aber auch zum Trendprodukt geworden, das sich mit wechselnden Moden immer wieder neu erfindet. Das hat die Lebenszeit einer Küche deutlich verkürzt. „Im Durchschnitt kaufen Kunden alle 15-20 Jahre eine neue Küche. Preislich sind dabei nach oben kaum Grenzen gesetzt. Im Schnitt sind es etwa 15.000,00, wobei immer häufiger auch 30.000,00 und mehr investiert werden“ berichtet der Küchenexperte Hemmer und fügt hinzu: „Finanzierungen gibt es im Top-Segment kaum. Eher im Low-Budget Segment wird danach gefragt, das ist ein anderes Klientel.“

Moderne Küchen, Trend-Küchen & mehr

Problematisch wird es im Falle eines Umzugs. Moderne Küchen sind maßgeschneidert und für ein Raumlayout konzipiert. Der Verkauf an einen Nachmieter ist schwierig und selten ein wertmäßig akzeptabler Ausgleich. „Man kann durch geschickte Kombination einzelner Komponenten und offene Ablagen durchaus attraktive Küchen gestalten. Wenn man Wert legt auf Altbaucharme, kann das sogar ein Stilmittel sein.“ empfiehlt Markus Hemmer denen, die berufsbedingt häufig umziehen, aber dennoch auf eine eigene Küche nicht verzichten wollen.

„Bei aller Material- und Farbvielfalt, technischen Möglichkeiten und Designvarianten sollte am Anfang immer die Frage beantwortet werden: Was will ich in der Küche machen, wie sieht der Alltag aus, was ist mein Lebensstil?“ rät der Küchenexperte. In der Tat hat die Küche immer noch die Grundfunktion der Essenszubereitung zu erfüllen. An dem Punkt hat eine Familie in einem Vorort ganz andere Ansprüche und Bedürfnisse als ein Single im Zentrum der Großstadt.

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